Ich habe einen Traum. Er kommt immer wieder.

 

Ich liege in meinem warmen Bettchen und mein Mensch streichelt mich sanft. Er weiss genau wo ich es so gerne habe und an seinen zärtlichen Berührungen fühle ich die Liebe, die er für mich empfindet. Es tut so gut und mein Herz ist so satt und voll. Ich strecke mich wohlig. Voller Liebe sehe ich ihn dann an und lege meine Pfote auf seine Hand um sie für immer festzuhalten.

Um mich ist es warm und friedlich. Es duftet nach Zuhause. Alles ist so vertraut und richtig.

 

Meine Pfote zuckt im Schlaf und wenn ich aufwache merke ich, wie sie noch immer versucht deine Hand zu halten. Aber sie ist nicht mehr da. Ich begreife dann erst nicht, dass ich wieder in meinem einsamen Tierheimzwinger bin und das die sanfte Hand mich nie gestreichelt hat. Ein Traum. Ich träume immer wieder von dir...

 

Meine Pfote senkt sich und ich starre kurz ins Leere und mein Herz tut mir weh.

Ich bin so alleine. Wo bist du nur? Ich weiss, dass es dich geben muss, denn ich gehöre doch zu dir.

Doch auch heute wird alles wie immer sein. Das Hundegebell hallt dumpf in meinen Raum, der Tierheimalltag beginnt. Das Miauen der Katzen nebenan sagt mir, dass Fina bereits bei ihnen ist. Bald kommt sie auch zu mir, wird mir übers Fell streicheln und mir mein Futter hinstellen und meinen Raum reinigen und wieder gehen. Ein neuer Tag reiht sich an den gestrigen, an die letzte Woche, an den letzten Monat, an das letzte Jahr...

 

Noch immer meine ich deine Hand an mir zu fühlen.

Ich lausche und setze mich erwartungsvoll hin. Meine schönen Augen sehen auf die Tür.

 

Mein Leben war nicht schön. Es ist viel geschehen und es war eigentlich immer traurig. Immer habe ich alles verloren und zuletzt fast mein Leben. In mir steigen Bilder aus den sechs Jahren meines Lebens auf und es tut weh sich zu erinnern. Ich sehe wie man mich packt und auf die Strasse setzt. Sehe mich vor Verzweiflung laut miauen und nach jenen rufen, die mich verraten haben. Ich verstehe nicht was mir geschieht. Da ist wieder den Hunger und die anderen streunenden Katzen, die nach mir schlagen. Auch der Augenblick kommt kurz zurück, wo mich die Katze blutig schlägt und mir so den Virus überträgt, den ihr Menschen Katzenaids nennt.

Und dann der Moment, wo ich steif und verfroren an jenem Wege liege um zu sterben - am Ende meiner Kräfte. Es war so lange eisig kalt gewesen und ich hatte nichts zu fressen und keinen Schutz gegen die Kälte. Schmerzen hatten mich zermürbt, denn mein Mund war wund und tat weh. Ich lag einfach da und fühlte mein Leben aus mir heraus rinnen. Ich konnte auch nicht mehr um es kämpfen. Warum auch?

Als alles vorbei zu gehen schien, fühlte ich wie mich eine Frau aufnahm und in eine warme Decke hüllte. Sie brachte mich an einen warmen Ort und fütterte mich. Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, was mit mir geschah.

Nun bin ich in meinem Tierheim und die Menschen sind gut zu mir. Das war nicht immer so und ich bin dankbar. Zuerst konnte ich es gar nicht fassen, dass ich täglich Futter bekam und man mir Wärme schenkte und mein Mäulchen behandelte. Ich genoss den Frieden, in dem ich leben durfte.

 

Monat für Monat sind so dahingegangen. Ich sehe wie andere Katzen kommen und gehen. Mich aber sieht niemand. Ich bin wie unsichtbar und werde immer übersehen.

So warte ich und warte in meiner Einsamkeit.

 

Nun kommt Fina zu mir. Sie hält meine Futterschale in der Hand und erzählt von schönen Dingen. Ich höre ihr aufmerksam zu und geniesse den Tonfall ihrer Stimme, komme ihr entgegen und umstreiche ihre Beine. Sie ist ganz rührselig und beschreibt mir eine schönen Zeit, in der die Liebe in die Herzen der Menschen einzieht und Lichter die Wohnungen warm erhellen. Es klingt so wunderschön und so werde auch ich ganz still in mir. Mein Traum steigt in mir auf.

 

Liebe. Oh ja, ich kenne sie. Doch für mich gibt es sie nur in meinen Träumen. Jene zärtliche Hand die mich streichelt und die Wonne die meinen ganzen Körper durchdringt.

Meine Pfoten greifen nach ihr und ich wache auf...

 

Wo bist du denn nur?

 

 

 

 

 

 

 

AGATA

Niemand möchte Agata

Agata ist eine eher unauffällige Katze, für die sich noch nie jemand interessiert hat. Sie ist schwarz mit einem rötlichem Stich im Fell und sie ist keine von jenen Katzen, die einen sofort ins Auge fallen. Sie ist unscheinbar, eine kleine "graue" Maus und dadurch bleibt sie immer hinter den anderen Katzen im Schatten. Niemand hat sie bisher wahrgenommen.

Zudem ist Agata FIV positiv getestet und möchte eine Einzelprinzessin, wo sie ruhig und besonnen alles beobachten kann und ihren Menschen im Stillen vergöttern kann...

Wir wissen, es ist schwierig und vielleicht sogar unmöglich, jedoch...

Gibt es denn wirklich niemand, der erkennt, wie schön Agatas Augen sind? Niemand der ihr gerne über ihr weiches flauschiges Fell streicheln möchte? Niemand der die wahren Werte eines Lebewesens an dem Glanz der Seele erkennt??

Wirklich niemand der Agata sieht, wie sie wirklich ist:

eine liebenswerte, kleine, einsame Katze, die sich nichts anderes als ein geliebtes, ruhiges und friedliches Leben mit ihrem Menschen wünscht...

Wir können nicht aufhören zu hoffen!

 

Katze AGATA

Persermix

Alter: ca. 2007 geboren

· negativ in Leukose getestet aber positiv in FiV

· lieb, freundlich, anhänglich - entscheidet aber selber, wie lange geschmust wird

· Einzelkatze

 

AGATA wurde halb tot und völlig entkräftet auf einem Weg gefunden. Als es ihr besser, wurde sie positiv auf FiV getestet und zudem hatte sie ihr Mündchen entzündet und babberte.

Sie bekam Cortison und Antibiotica und die Behandlung schlug auch zuerst an, doch es wurde nie wirklich gut, so dass nun Agata die Zähne gezogen worden sind.

Agata ist eine anhängliche Katze die sich auch nehmen lässt, jedoch entscheidet sie wie lange es ihr gefällt.

Manchmal möchte sie es auch nicht und dann schlägt sie nach einem.

Sie liebt es gebürstet zu werden.

Agata wäre, wenn sie es entscheiden könnte, am liebsten Einzelprinzessin.

Sie wird nicht in den Freigang vermittelt, würde sich aber über einen abgesicherten Balkon freuen.

Wer mag sich in Agata verlieben?

 

Kontakt:

Annette Timm
Mail:
annettetimm14@aol.de
Telefon: 02373-64631

 

 

eingesetzt am  25. März 2012

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