Und hier wichtige Infos rund um die Anschaffung und Haltung von

Katzen

Infoblatt—Katzen

 

 

 

 


Lieber Tierfreund,
Sie haben sich entschieden, Ihr Leben künftig mit Katzen zu teilen.
Damit diese Beziehung glücklich wird, sollte man vorher Folgendes bedenken:


1. Möchte ich eine junge oder eine ältere Katze adoptieren,
2. Soll es eine Einzelkatze sein oder ist ein Katzenpaar für mich geeigneter,
3. Entscheide ich mich für eine bestimmte Rasse oder finde ich auch an einem Mix oder einer Straßenkatze gefallen?


Grundsätzlich gilt; Sie finden alle diese Tiere im Tierheim.


Jährlich kämpfen die Tierheime mit der Babyflut, da Katzen nicht kastriert werden, die Babys aber unerwünscht sind. Ein Rassetier wurde angeschafft, dann ist die Pflege zu aufwendig und die Katze landet im Tierheim. Ältere und behinderte Tiere haben es besonders schwer, dabei sind sie besonders dankbar wieder in ein neues Zuhause ziehen zu dürfen.


Die Katze muss zu Ihnen und Ihrem Lebensrhythmus passen.


- Wenn sie täglich 10 Stunden außer Haus sind, dann wäre eine Einzelkatze nicht gut bei Ihnen aufgehoben. Auch wenn Katzen 80% ihrer Zeit mit Schlafen verbringen, so brauchen sie auch Ansprache und Beschäftigung! Entscheiden sie sich lieber für ein Katzenpaar. Fragen Sie in den Tierheimen gezielt danach.
Oft werden Geschwister gefunden oder zwei Tiere schließen auf der Pflegestelle Freundschaft. Der Vorteil: Sie haben zwei Tiere die sich verstehen!


- Wenn Sie keine Möglichkeit haben, dass das Tier später Freigang bekommt, dann entscheiden Sie sich besser für ein etwas älteres Tier. In der Regel kann man bei einer Katze mit mindestens 3 Jahren relativ zuverlässig einschätzen, ob sie mit der Wohnungshaltung zufrieden sein wird.


- Es gibt aber auch Katzen, die auf Einzelhaltung bestehen. So ein Tier ist für Sie nur geeignet, wenn sie nicht länger als ca. 5 Stunden in Folge außer Haus sind.


- Sollten Sie sich für junge Kätzchen entscheiden, dann bringen Sie bitte viel Zeit und Verständnis mit. Kleine Katzen sind neugierig und spielen mit allem, was ihnen vor die Pfoten kommt. Bringen Sie besser vorher alles in Sicherheit, was nicht „zerspielt“ werden soll. Auch Wolle, Kabel, Plastiktüten u.ä. sollte für die Mini-Tiger nicht zugänglich sein (Verletzungsgefahr & Erstickungsgefahr)!


Haben Sie alle Möglichkeiten durchdacht und entschieden, was für ein Tier bei Ihnen einziehen soll? Dann können Sie alles für den Einzug vorbereiten. Es gibt Unmengen an sinnvollen, aber noch viel mehr an sinnlosen Dingen, die man für Katzen erwerben kann.

Diese Dinge brauchen Sie aber unbedingt:


- Futter- und Wassernäpfe (leicht zu reinigen)
- Katzentoilette (Streu und Schaufel)
- Kratzbaum, Spielzeug
- Transportbox

Futter:
Es ist sinnvoll der Katze Trockenfutter zur freien Verfügung anzubieten. Je nach Agilität des Tieres kann 1-2 mal täglich Nassfutter angeboten werden. Nehmen Sie bitte von billigem Futter Abstand. Auf Dauer ist es der Gesundheit Ihrer Katze abträglich. In der Regel werden die Tiere davon auch nicht richtig satt, so dass die Katze viel mehr frisst, als sie eigentlich braucht. Bei Nassfutter achten Sie bitte darauf, dass kein Zucker enthalten ist. Im Katalog von z. B. „zooplus“ ist die Wertigkeit des Futters sehr gut erklärt. Zusätzlich erhält man Informationen über Spezialfutter (z. B. Diätfutter, Kittenfutter etc.).
Achten Sie bitte darauf, dass der Katze immer frisches Wasser zur freien Verfügung steht. Wenn Sie roh füttern möchten, informieren Sie sich bitte im Internet.
Wenn Sie nach den Begriffen „barf“ und „Katze“ suchen, finden Sie viele Artikel in zahlreichen Foren oder auf Homepages.


- Als Nahrungsergänzung sollte man der Katze Katzengras anbieten. Es hilft ihr, die verschluckten Haare wieder herauszuwürgen.
- Mit Leckerlies gehen sie bitte sparsam um, denn auch Katzen fällt das Abnehmen schwer. Hier ist es wieder wichtig, dass kein Zucker enthalten ist.
- Katzen lieben Katzenminze! Diese gibt es in getrockneter Form und wird gerne vom Spielzeug abgeleckt.
- Ganz wichtig: Wenn sie rohes Fleisch verfüttern, dann geben sie bitte nie Schweinefleisch! Es besteht die Gefahr, dass sich die Katze mit der Aujetzki-Krankheit infiziert. Diese Krankheit ist nicht heilbar und führt immer in ca. 36 Stunden zum Tod!


Katzentoilette
Es gibt sehr viele Modelle: Schalen Toiletten, Toiletten mit Hauben etc. Die meisten Modelle sind sehr teuer. Wir haben die besten Erfahrungen mit tiefen Stapelboxen (40x50x40 cm) gemacht. Sie sind leicht zu reinigen und durch die Tiefe fällt beim Scharren nicht so viel daneben. Viele Katzen meiden die Haubentoilette. Denn trotz regelmäßiger Reinigung und Wechseln des Kohlefilters lässt sich die Geruchsbildung nicht vermeiden.
Die Toilette sollte an einem ruhigen Ort stehen, denn auch Katzen werden bei ihrem “Geschäft“ nicht gerne gestört.
Wichtig ist auch die Wahl der Katzenstreu. Bewährt hat sich sehr feine Klumpstreu mit hoher Saugkraft. Sie bindet viel besser die Hinterlassenschaften, sowie den Geruch. Zudem ist diese Streu sehr sparsam. Bei allergischen Katzen kann man auf Silikatstreu zurückgreifen.


Transportbox
Die Transportbox benötigen Sie in der Regel, wenn Sie zum Tierarzt fahren. Sehr bewährt haben sich Boxen, die sich nach oben öffnen lassen. So kann auch ein ängstliches und aufgeregtes Tier, das seine Box nicht verlassen will, vom Tierarzt relativ stressfrei behandelt werden. Zugegeben, besonders dekorativ sind diese Boxen nicht, aber ungemein praktisch.
Achten Sie bitte immer auf die richtige Größe der Box.


Nun haben sie die Grundausstattung und Ihr Tier kann einziehen.


Schlafplätze
Ich habe bewusst die im Handel erhältlichen Schlafbetten und- höhlen nicht angesprochen. Oftmals werden sie von den Katzen nicht angenommen.
Halten sie Wolldecken bereit oder auch ein großes Kissen und beobachten Sie Ihr Tier. Die Katze wird Ihnen zeigen, wo sie sich ausruhen möchte. Es gibt Tiere, die bevorzugen die „kleine Obstschale“, andere gehen lieber gleich ins „große Körbchen“ (Bett, Schrank, Sofa…..) Wenn sie wissen, wie und wo Ihre Katze am liebsten ruht, dann können sie gezielt einkaufen. Eine warme Decke auf dem Fensterbrett wird auch sehr gerne angenommen, da Katzen gerne stundenlang und seelenruhig beobachten.


Kratzbaum/Spielzeug

Es gibt sehr viele Modelle in allen Preislagen. Von den billigen Modellen ist abzuraten. Meist sind sie nicht standsicher und gehen bereits nach kurzer Zeit kaputt. Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten im Internet, einen soliden Kratzbaum zu erwerben. Sie haben Einfluss auf Form und Farbe und erwerben Qualität. Natürlich können Sie auch selbst einen Kratzbaum „basteln“. Auch hier finden Sie eine Unmenge Anregungen im Internet. Es ist sehr wichtig, darauf zu achten, dass sich auch eine ausgewachsene Katze am Kratzbaum ausstrecken kann. Achten Sie unbedingt auf Standsicherheit, denn Katzen spielen schon mal recht wild.
Bei Spielzeug achten Sie bitte darauf, dass die Katze nicht etwa Kleinteile verschlucken kann.
Das schönste Spielzeug ist für eine Katze jedoch ein Karton gefüllt mit Papier und kleinen „Überraschungen“. Sie kann fremde Gerüche aufnehmen und sich die Belohnungen erspielen. Den Karton erhalten sie gratis im Supermarkt. Füllen Sie ihn einfach mit altem Zeitungspapier. Sie können Spielmäuse verstecken oder auch mal ein Leckerli.


Gefahren für das Tier
- Wolle oder Geschenkband ist für die Katze sehr gefährlich. Sie kann während des Spiels einen Faden verschlucken, der zu einer schweren Erkrankung führen kann, die schlimmstenfalls mit dem Tod endet.
- Lassen Sie nie Ihr Fenster unbeobachtet auf „Kipp“. Katzen sind tendenziell neugierig. Wenn ein Vogel vor dem Fenster sitzt, möchte die Katze vielleicht nach draußen. Viele Tiere haben sich so schon erhängt oder hatten schwere motorische Störungen, wenn sie noch rechtzeitig gefunden wurden. Im Fachhandel sind Fenstersicherungen erhältlich.
- Wenn Ihre Katze ihren Freigang auf dem Balkon genießen darf, dann vernetzen Sie diesen bitte. Denn nicht jede Katze die abstürzt, bleibt unverletzt. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten.
- Halsbänder sehen zwar sehr hübsch aus, bergen aber leider auch Gefahren. Katzen kriechen gerne in Löcher und Höhlen, streifen gerne durch Gestrüpp oder klettern auf Bäume. Dabei können sie hängen bleiben. Eine Katze versucht sich selbst zu befreien und nimmt die Pfote zur Hilfe. Viele Katzen haben sich schon erwürgt, weil sie nicht rechtzeitig gefunden wurden. Auch Halsbänder mit dem schnellösenden Verschluß bieten keine Garantie!
- Bitte überprüfen Sie Ihre Wohnung auf giftige Pflanzen! Ausführliche Hinweise finden Sie in der Fachliteratur.


Gesundheit
Sie sollten Ihre Katze regelmäßig impfen lassen, entwurmen und von Parasiten befreien. Ausführliche Informationen zu den Impfungen erhalten Sie auf folgenden Seiten:


www.haustierimpfung.de

www.katzen-welten.de

http://katzen.yellopet.de

 ( Suchmaschine rund um die Katze)
www.netz-katzen.de


- Katzen wie auch Kater sollten unbedingt kastriert werden!
Warten Sie nicht zu lange, bereits ein 8 Monate altes Kätzchen kann trächtig werden!!!


- Freigängerkatzen sollten regelmäßig entwurmt werden ( alle 3 Monate)
- Besorgen Sie sich einen Flohkamm und schauen Sie regelmäßig, ob Ihre Katze von Parasiten befallen ist. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, welches Medikament er empfiehlt. Grundsätzlich sind „Spot-on“ Präparate empfehlenswert, da sie sich stresslos im Nacken auftragen lassen.
- Gleiches gilt für Zeckenbefall. Sie sollten eine Zeckenzange im Haus haben, damit sie die Zecke entfernen können. ( In diesem Fall gilt, meist sind die günstigsten Zangen die Besten)

- Lassen sie Ihre Katze beim Tierarzt regelmäßig auf Zahnsteinbildung kontrollieren. Dieser sollte entfernt werden.
Aus entzündetem Zahnfleisch können sich sehr schlimme und chronische Krankheiten entwickeln. Genaueres finden Sie auf den o.g. Internetseiten.
- Bei Wohnungskatzen nutzen sich die Krallen oftmals nicht genügend ab. Bitte überlassen Sie das Kürzen dem Tierarzt. Besonders bei schwarzen Krallen besteht die Gefahr in Blutgefäße zu schneiden!

- Beobachten Sie ihr Tier genau. Eine Katze zeigt relativ spät, wenn es ihr nicht gut geht. Ihre Beobachtungen sind für den Tierarzt sehr wichtig, um die richtige Diagnose stellen zu können!

- Wenn Sie ein Tier aus dem Ausland adoptieren, dann warten sie mit dem ersten Tierarztbesuch mindestens zwei Wochen.
Katzen sind sehr sensibel und erleiden schnell einen Schock!

Allgemeiner Hinweis:
- Wenn ihre Katze bei Ihnen einzieht, bringen sie das Tier bitte die erste Zeit in einem ruhigen Raum unter. ( Stellen Sie Futter, Wasser und Katzentoilette hinein).

- Lassen Sie das Tier ca .eine halbe Stunde in Ruhe, damit es sich umschauen kann. Dann können sie immer wieder Kontakt mit Ihrer Katze aufnehmen. Bitte gönnen Sie ihr zwischenzeitlich Ruhephasen. Ihre Katze wird Ihnen zeigen, wann sie bereit ist, die ganze Wohnung zu erkunden.

- Wohnt bereits eine Katze bei Ihnen, führen Sie die Tiere allmählich zusammen. Denn die neue Katze bricht in das Revier der vorhandenen Katze ein. Wenn Sie merken, dass die Tiere das Knurren einstellen und das Fauchen weniger wird, können Sie sie langsam zusammenlassen.

Informationsquellen:
Internet:
www.katzen-welten.de
http://katzen.yellopet.de

( Suchmaschine rund um die Katze)
www.netz-katzen.de


Seiten, die ausschließlich von Züchtern geführt werden, sind oft nicht sehr hilfreich, es sei denn sie haben rassespezifische Fragen.

Literatur:
Als Einstieg empfehle ich:


- „Turners Katzenbuch“ von Dennis Turner, Kosmosverlag
Mr. Turner ist Tierarzt und hat sich auf Katzen spezialisiert. Man
erfährt sehr viel Wissenswertes und kann dann entscheiden, welche
aufbauende Literatur die Richtige ist.
- „Katzenseele.Wesen und Sozialverhalten“ von Paul Leyhausen,
Kosmosverlag
Über Katzenkrankheiten gibt es viele Bücher. Informieren Sie sich im
Fachhandel welches Buch, dass Richtige ist.
Bitte lassen Sie Ihr Tier chippen und bei Tasso registrieren!
www.tiernotruf.org


Ich hoffe, ich habe Ihnen mit diesen Informationen helfen können und wünsche Ihnen ein harmonisches, aber auch spannendes Zusammenleben mit Ihrer Katze.


Ivonne Vanhoefen
www.streunerhilfe-katalonien.de

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